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Soforthoeren.deDas Hörspiellabel Titania Medien wurde 2002 von Stephan Bosenius und Marc Gruppe gegründet. Ihre Produktionen sind bekannt für besonders dichte und detaillierte Atmosphäre. Ihr erstes Hörspiel, „Das indische Tuch“ von Edgar Wallace, wurde ein großer Erfolg. Mit ihrer beliebten Serie „Gruselkabinett“, die sich der Schauer-Romantik widmet, gewann das Label zahlreiche Auszeichnungen. Daneben produzieren Gruppe und Bosenius die „Titania Specials“, Märchen zur kalten Jahreszeit für Groß und Klein. Ihre neueste Serie sind die Anne-Romane. Generationen von jungen und alten Lesern haben die Bücher um das liebenswerte Waisenmädchen schon begeistert.

Lesen Sie hier das Interview mit Stephan Bosenius und Marc Gruppe, sowie Interviews mit den Sprecherinnen Marie Bierstedt (Anne Shirley) und Dagmar von Kurmin (Marilla Cuthbert).


Interview mit Marc Gruppe & Stephan Bosenius von Titania Medien

soforthoeren.de: Sie bezeichnen Ihre Hörspiele als „atmosphärische Hörspiele“ – heben sich Ihre Hörspielserien von anderen Serien auf dem Markt ab? Wie entstand die Idee, Titania Medien zu gründen?

Marc Gruppe: Ich denke, genau die spezielle Atmosphäre, die unsere Hörspiele auszeichnet und bei deren Erschaffung wir uns immer viel Mühe geben, hebt unsere Produktionen von anderen ab! Insbesondere dieser Bereich ist uns sehr wichtig, immerhin gilt es, den Hörer mitunter in zurückliegende Zeiten zu entführen und das soll natürlich möglichst griffig, bunt und stimmungsvoll klingen.
Gegründet haben wir unser Label 2002 aus Verzweiflung gerade darüber, dass es damals für den erwachsenen und anspruchsvollen Hörer nichts in dieser Richtung auf dem Markt gab. Vieles klang altbacken, anderes klinisch und un-atmosphärisch. Als „Hilfe zur Selbst-Hilfe“ (sozusagen) haben wir im Jahr 2003 dann unser erstes Hörspiel „Edgar Wallace – Das indische Tuch“ herausgebracht, was auf dem Markt einschlug wie eine Bombe. Seitdem sind bis zum heutigen Tag noch viele weitere „atmosphärische Hörspiele“ von uns erschienen und vielfach mit Preisen ausgezeichnet worden, was uns sehr froh macht und darin bestätigt, dass es richtig ist, in allen Bereichen auf hohe Qualität wert zu legen.

soforthoeren.de: Herr Bosenius, mittlerweile ist Titania Medien richtig bekannt. Wie schnell hat sich Ihr Label etabliert?

Stephan Bosenius: Das ging rasend schnell. Gleich mit der ersten Produktion gewannen wir 9 Hoerspiel-Awards und schafften es auch sofort, zwei Vertriebe für unsere spezielle Art Hörspiele zu produzieren zu begeistern. So kamen unsere Produktionen schnell in die Märkte und zogen weiter Aufmerksamkeit auf sich. Mit jeder neuen Produktion und jeder neuen Auszeichnung wurde dieser Weg kontinuierlich weiter beschritten. Mit der „Anne“-Hörspiel-Serie haben wir dann begonnen, unsere Zielgruppe etwas zu erweitern, denn der Markt verträgt mehr als die x-te neue Grusel- oder Horror-Serie bzw., noch einen Geisterjäger.

soforthoeren.de: Herr Bosenius, alle diese Serien, so unterschiedlich sie auch sind, verbindet etwas romantisch-nostalgisches. Eignet sich Ihrer Meinung nach dieser Hintergrund besonders gut für Hörspiele?

Stephan Bosenius: Das kann ich nur mit einem klaren „Ja“ beantworten! Unsere Hörspiele wollen vor allem eines: auf qualitativ hohem Niveau dem Hörer beste Unterhaltung bieten. Und was kann entspannender und schöner sein, als eine gut geführte Audio-Reise in eine ferne Zeit oder eine fiktionale Wirklichkeit.

soforthoeren.de: Bei nostalgischen Hörspielen darf auch die passende Musik nicht fehlen, z.B. im „Phantom der Oper“. Woher bekommen Sie die passende Musik und nach welchen Kriterien wählen Sie die richtigen Stücke für die jeweiligen Stellen aus?

Stephan Bosenius: Wir arbeiten bei den opulenten Stoffen der Schauer-Romantik, die wir in der Reihe Gruselkabinett zum klingen bringen, sehr gerne mit klassischer Musik, da diese die Handlungszeit (meist das 18. od. 19. Jahrhundert) so passend illustriert. Darüber hinaus werden bei uns aber natürlich auch pompöse Soundtracks orchestraler Art eingesetzt, die wir als Lizenzmusiken erwerben. Mein Kollege Marc Gruppe hat sehr viel Fingerspitzengefühl diese Musiken dann punktgenau und passend zu der jeweiligen Szene bzw. Serie auszuwählen und dem Roh-Schnitt der Hörspiele vor der Mischung zu unterlegen. Denn natürlich klingt die musikalische Untermalung von „Anne“ anders als beispielsweise ein Gruselkabinett- oder Titania Special-Soundtrack.

soforthoeren.de: Mit „Träumereien an französischen Kaminen“ gibt es jetzt auch die erste inszenierte Lesung von Ihnen. Sie wurde ein großer Erfolg. Sind weitere solche Lesungen geplant?

Stephan Bosenius: Derzeit nicht. Diese von uns heiß-geliebte Produktion war ein richtiges Herzensprojekt. Über die tollen Kritiken und die große Begeisterung, dass wir die zu Unrecht wenig bekannte deutsche Kunstmärchen-Sammlung zum klingen gebracht haben, haben wir uns jedoch sehr gefreut. Dennoch werden wir uns weiterhin vornehmlich im Bereich Hörspiel-Produktion tummeln.

soforthoeren.de: Sie vertonen die Klassiker-Serie „Anne auf Green Gables“. Wie entstand die Idee, die Anne-Romane zu bearbeiten?

Marc Gruppe: Ich habe in den 80er Jahren mit meiner vor dem TV versammelten Familie begeistert die kanadische Mini-Serie „Ein zauberhaftes Mädchen“ gesehen und wurde dadurch zum Anne-Fan. Dies ist ein Stoff, der wahrlich generationsübergreifend zu begeistern vermag und sich sehr gut als Grundlage für eine Vertonung eignet. Ich bin daher froh, dass wir die Lizenz kaufen konnten, „Anne auf Green Gables“ und die vier Nachfolge-Bücher als deutsches Hörspiel produzieren dürfen. Das ist eine so schöne und erfüllende Arbeit und es ist einfach toll – u.a. auf den Buchmessen, aber auch über sehr, sehr viel Fan-Post – zu sehen, wie viele Menschen (sowohl Kinder und Jugendliche - beiderlei Geschlechts! - und viele, viele Erwachsene) wir damit glücklich machen können! 20 Hörspiel-Folgen wird es insgesamt von „Anne“ geben. Es ist sehr schön für uns, zu beobachten, wie vielerorts bereits jede neue Folge sehnsüchtig erwartet wird.

soforthoeren.de: Marie Bierstedt ist eine ausgezeichnete Anne-Sprecherin. Ihre Stimme klingt jugendlich genug für das 12-jährige Mädchen und alt genug um auch Anne als Frau exzellent zu verkörpern. Wie kamen Sie auf Marie Bierstedt? Sie spielt Anne über einen langen Lebenszeitraum. Was muss eine Sprecherin für diese Aufgabe mitbringen?

Marc Gruppe: Marie Bierstedt hatten wir noch in allerbester Erinnerung durch ihre Gestaltung der Christine in unserem „Phantom der Oper“ (Gruselkabinett 4). Als die Skripte der ersten Folgen fertig waren, stellte sich die schwierige Frage, wer die Rolle sprechen könnte, denn sie ist etwas heikel. Vor allem war es von entscheidender Wichtigkeit, jemanden darauf zu besetzen, der nicht nur altersmäßig stimmlich variabel ist, sondern vor allem auch von der Emotionalität her einen guten Zugang zu der Figur und ihrem speziellen Erlebnis-Kosmos herstellen kann. Mit Marie haben wir uns dann getroffen und es einfach ausprobiert. Sie war – wie auch wir – begeistert von der Figur, die so grundpositiv und mit allen Ecken und Kanten liebenswert ist, und hat beim Casting einen 1-A-mit-Sternchen-Job gemacht. Dass sie unsere Anne Shirley werden würde, war bereits nach den ersten Sätzen klar. ‚Anne’ ist einfach eine ideale Rolle für diese wandlungsfähige Schauspielerin! Viele gute Kritiken sowie zweimal Gold als „Beste Sprecherin in einer Hauptrolle 2008“ beim Hoerspiel-Award (2009 dann gleich noch mal!) und der Gewinn des Ohrkanus 2009 in dieser Kategorie unterstrichen die Richtigkeit unserer Wahl. Übrigens hat „Anne – Die Hörspiel-Serie“ noch sechs weitere Awards abgeräumt, u.a.: „Beste Serie 2008“, „Beste Serienfolge“ (Anne 1), „Bester Erzähler“ (Lutz Mackensy), „Beste Regie“ (Stephan Bosenius & Marc Gruppe). Ein Bomben-Einstand für „Anne“ also. Produzentenherz, was willst Du mehr! (Siehe auch unsere neue Rubrik „Auszeichnungen“!)

soforthoeren.de: Ich finde, gerade zwischen Anne und Gilbert ist die Wärme, die sie verbindet, fast greifbar. Ich war sehr erstaunt, als ich in einem Interview mit Marie Bierstedt erfuhr, dass alle Sprecher ihren Part einzeln eingesprochen haben. Wie bekommen Sie so viel Atmosphäre in die Dialoge?

Stephan Bosenius: Dies liegt natürlich an den gut geschriebenen Dialog-Texten, der optimalen Besetzung in allen Partien – auch der kleinsten Nebenrolle – und der intensiven Regie-Arbeit im Studio mit unseren Schauspielern. Da wird geprobt, ausprobiert und alles so gut wie möglich und vor allem zueinander passend gestaltet.

soforthoeren.de: Ihre Schauspieler sind vorwiegend bekannte Synchronschauspieler. Hat das Arbeiten mit Synchronschauspielern Vorteile für ein Hörspiel? Wenn ja, welche und wie gehen Sie vor, wenn Sie eine Stimme zu einer Person auswählen, z.B. Marilla?

Marc Gruppe: Da gibt es absolut Vorteile, da die auf diese Mikrophon-Arbeit spezialisierten Schauspieler sehr gut in der Lage sind, das Gestische und Mimische komplett in ihre Stimme zu legen. Sie kennen ihre Stimmen einfach sehr gut und das ist für unsere Arbeit das A und O. Wir machen uns über die Besetzung der Rollen immer viele Gedanken, denn mit dem Passen oder Nicht-Passen einer Stimme auf eine bestimmte Rolle lebt oder stirbt ein Hörspiel. Im Fall von Marilla Cuthbert war es von Anfang an klar, dass das eine Rolle für unsere Dagmar von Kurmin werden würde. In dieser Rolle kann sie wieder einmal zeigen, wie ungemein farbenreich ihr Agieren vor dem Mikrophon ist. Das Ergebnis hat uns alle verzaubert. Es ist immer besonders schön, ein Dialogbuch zu schreiben, wenn man bereits zu diesem Zeitpunkt weiß, wem man da die Worte in den Mund legt.

soforthoeren.de: Ich persönlich freue mich schon sehr auf das Titania Special „Peterchens Mondfahrt“. Das ist auch ein Theaterstück von Ihnen, Herr Gruppe. Gibt es zwischen Hörspiel-Schreiben und Theaterstücke-Schreiben Gemeinsamkeiten? Entstand durch das Theaterstück die Idee zum Hörspiel? Wurden Sie dadurch zu den Titania Specials inspiriert?

Marc Gruppe: In der Tat basieren alle drei bisher erschienen Titania Special-Folgen „Fröhliche Weihnachten, Mr. Scrooge!“, „Der kleine Lord“ und „Peter Pan“ auf meinen gleichnamigen erfolgreichen Bühnenfassungen. Diese wurden behutsam in das Medium Hörspiel übertragen. Auf „Peterchens Mondfahrt“ trifft dies auch zu. Im nächsten Jahr kommt aber mit „Alice im Wunderland“ eine Folge dazu, auf die dies nicht zutrifft. Insgesamt ist es aber für diese Reihe von Vorteil, dass ich da bereits die szenische Erfahrung einer Theater-Umsetzung mitbringe. So wird das alles noch spielfreudiger und lebendiger.

soforthoeren.de: Wie kamen Sie darauf, die Reihe Gruselkabinett zu produzieren? Hat einer von Ihnen einen Hang zum „gruseln?“ Könnten Sie sich vorstellen, einmal einen modernen Vampir-Roman, z.B. von Anne Rice, zu vertonen?

Stephan Bosenius: Wir gruseln uns beide gerne, aber bitte mit Niveau und am liebsten mit schönen plüschigen Geschichten und Charakteren im Gewand der viktorianischen Zeit. Wir sahen 2004 einfach auf dem Markt ein Überangebot an Groschenheft-Hörspiel-Vertonungen und fanden es eine gute Idee, doch auch einmal die schauer-romantische Literatur als Hörspiel-Vertonung dagegen zu stellen. Der Erfolg gab uns Recht. Mit dieser besonderen Reihe haben wir quasi unsere Nische im Grusel-Hörspiel-Bereich gefunden. Anne Rices Bücher finden wir toll, aber eine Hörspiel-Umsetzung ist durch die Verfilmung der Bücher und dem damit verbundenen Verkauf der Dramatisierungs-Rechte ausgeschlossen – leider.

soforthoeren.de: Für das Gruselkabinett bearbeiten Sie manchmal auch richtige Wälzer, wie den „Glöckner von Notre Dame“. Wie entsteht aus so einem dicken Buch ein Hörspiel von zwei CDs? Wie lang sitzen Sie am Überarbeiten so einer Romanvorlage?

Marc Gruppe: Der Roman von Victor Hugo ist in der Tat über 600 Seiten stark. Das war wirklich Schwerstarbeit für mich als Bearbeiter. Erleichtert hörte ich nach der Fertigstellung des Dialogbuches von meinem Kollegen Stephan Bosenius, dass er die Bearbeitung super fand und sogar weitaus besser als die Film-Versionen, vor allem nachvollziehbarer in allen Facetten der Geschichte. Da atmet man auf, denn bei einer derart umfangreichen Textvorlage muss man naturgemäß natürlich auch viel Schönes weg lassen und Übergänge neu „stricken“. Dabei darf aber keinesfalls der Geist des Buches hinten runter fallen. Bei „Der Glöckner von Notre Dame“ habe ich drei Wochen Blut und Wasser geschwitzt. „Einfachere“ Vorlagen gehen oft schneller von der Hand. Wobei jede Bearbeitung ihre ganz eigenen Probleme und Chancen mit sich bringt.

soforthoeren.de: Als Sie Titania Medien gegründet haben, fehlte es auf dem Markt an Hörspielen für Erwachsene. Ist das immer noch so, oder vollzieht das Hörspiel einen Wandel hin zum Erwachsenen-Medium? Wie schätzen Sie seine Zukunft ein?

Stephan Bosenius: Momentan gibt es eine unglaubliche Vielfalt an Erwachsenen-Hörspielen in unterschiedlichsten Genres. So etwas hat es in dieser Form noch nie auf dem kommerziellen Markt gegeben. Dies resultiert natürlich daher, dass die „Kassettenkinder“ der 70er und 80er Jahre auch älter geworden sind. Inwieweit diese Vielfalt erhalten bleiben wird, liegt natürlich daran, dass man auch kontinuierlich neue Hörer an dieses wunderbare Medium heranführt und weiterhin erste Qualität bietet, die die Kunden auch bei der Stange hält. Das haben wir uns jedenfalls auf die Fahne geschrieben.

soforthoeren.de: Vielen Dank für das Interview!

Stephan Bosenius & Marc Gruppe: Wir haben zu danken!
 

Interview mit Marie Bierstedt

soforthoeren.de: Wo liegen die Schwierigkeiten bei der Synchronisation und beim Hörspiel?

Marie Bierstedt: Die Schwierigkeit beim Synchron ist, sich darauf zu konzentrieren, dass die Texte zu den Lippenbewegungen der Originalschauspieler passen. Beim Hörspiel besteht die Schwierigkeit darin, dass man keine Vorlage hat, dass man frei sein darf, aber auch frei sein muss.

soforthoeren.de: Also ist das Schöne bei Anne, dass man diese Rolle ausleben kann?

Marie Bierstedt: Ja, ich liebe das auch, gerade wenn man eine Figur hat, wie Anne, die man so liebenswert findet. Bei ihr hat man ganz viele Ideen und richtig Lust, sie mit Leben zu füllen. Da würde ich nicht sagen, dass Hörspiele zu sprechen eine Schwierigkeit ist. Natürlich ist es eine Umstellung, wenn man die Synchronisation gewöhnt ist. Man ist gewohnt, ein Bild und eine Vorlage zu haben, man ahmt in gewisser Weise den Originalschauspieler nach. Wenn man zum ersten Mal in ein Studio kommt und ein Hörspiel aufnimmt, hat man gar nichts. Daran muss man sich erstmal gewöhnen.

soforthoeren.de: Kamen Marc Gruppe und Stephan Bosenius von Titania Medien direkt auf Sie zu?

Marie Bierstedt: Ich glaube, im Hintergrund hat ein bisschen Recherche stattgefunden, von der ich nichts mitbekam. Sie haben sich den ein oder anderen Film angehört, in dem ich mitgesprochen habe, sich in der Branche umgehört und sind dann bei mir gelandet.

soforthoeren.de: Kannten Sie die Anne Romane, als das Angebot kam?

Marie Bierstedt: Ich habe die Anne-Romane erst durch das Manuskript kennen gelernt. Es gab auch eine Verfilmung. Marc hat mir die Videokassette zukommen lassen, damit ich auch Bilder hatte, die ich mir angucken konnte. Aber kennengelernt habe ich sie erst durch diese Produktion.

soforthoeren.de: Im Prinzip umfasst die Serie das ganze Leben von Anne. Dadurch verändert sich auch deren Art zu sprechen. Wie realisieren Sie das?

Marie Bierstedt: Bisher habe ich mich gar nicht auf die Stimme konzentriert, sondern ich habe versucht zu vermitteln, was die Figur gerade ausmacht. Dadurch kommt man automatisch in die passende Stimmlage. Wenn sie z.B. Pubertätsprobleme hat, klinge ich tendenziell älter, als wenn sie als 11 Jährige die blühenden Kirschbäume bewundert. Das kommt von ganz allein. Bisher ist sie in unseren Aufnahmen ja erst eine junge Erwachsene. Ich bin selbst gespannt, wie es sein wird, wenn sie als Mutter auftritt. Ich glaube, auch dann werde ich so in der Rolle sein, dass die Stimme sich automatisch anpasst.
 

Interview mit Dagmar von Kurmin

soforthoeren.de: Frau von Kurmin, wie entstand die Zusammenarbeit mit Titania Medien?

Dagmar von Kurmin: Das Bezaubernde ist, dass ich meine beiden Freunde Marc Gruppe und Stephan Bosenius an unserem Theater in Godesberg kennen gelernt habe, als sie plötzlich nach einer Aufführung in der kleinen Theaterklause standen. Sie fragten mich, ob ich eine Schallplatte aus den 70er Jahren signieren würde, sie seien meine kleinen Fans gewesen. Das hat mich überwältigt. Ich war geradezu entzückt, jemanden kennen zu lernen, der mit meinen Schallplatten aufgewachsen ist. Dann haben sie mir erzählt, dass sie Hörspiele produzieren wollen und fragten mich, ob ich mitmachen würde. Natürlich habe ich mit großer Begeisterung zugesagt. So hat es mit Titania Medien angefangen. Mein erstes Hörspiel mit Titania Medien war „Das indische Tuch“. Mir wurde die Ehre erwiesen, 2003 den goldenen Kritikerpreis als beste Sprecherin in einer Hauptrolle beim Hörspiel-Award zu gewinnen.

soforthoeren.de: Welche Rolle haben Sie in der Anne-Serie?

Dagmar von Kurmin: Ich habe die Rolle der Farmersfrau namens Marilla. Sie ist Teil eines Geschwisterpaares, das ein Waisenmädchen als Pflegekind aufnimmt. Zuerst wünschten sie sich vom Waisenhaus einen Jungen, der ihnen auf der Farm hilft. Aber dieses Mädchen, das sie versehentlich bekommen, ist so ungewöhnlich und so bezaubernd, dass die Geschwister sagen: „Natürlich bleibt sie bei uns!“. Dann wird das Mädchen ihr Sonnenschein und wächst heran. Die Rolle der Marilla ist eine meiner allerschönsten Arbeiten, die ich bei Titania Medien gemacht habe. Ich bin richtig in diese herrliche Produktion von Titania Medien hereingewachsen und kann nur sagen, es ist für mich eine ganz große Freude, mit Herrn Gruppe und Herrn Bosenius zusammen zu arbeiten.

Die Interviews führten Gina Berardi und Marta Thor.
Wir bedanken uns bei soforthoeren für die freundliche Zur-Verfügung-Stellung des Specials.